Protokollwechsel von HTTP auf HTTPS

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Für Online-Shops ist eine SSL-Verschlüsselung mittlerweile Pflicht.

Online Shops und alle anderen Webseiten auf welchen Benutzer sensible Daten übermitteln (Kontaktformular), müssen nach neuen Datenschutzrichtlinien zwingend ein SSL-Zertifikat nützen. Ansonsten besteht Abstrafungsgefahr!

Aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung sind bei der Ausrüstung mit einem Sicherheitszertifikat vor allem zwei Punkte zu beachten.

 

Punkt 1:
Die Verwendung einer SSL-Verschlüsselung hat Auswirkungen auf die URL Gestaltung der Webseite. Gesicherte Webseiten erkennt man an der Protokoll-Ausgabe „https“ vor dem jeweiligen Domainnamen.
Ähnlich wie bei der Verwendung von Domains mit und ohne www, machen Suchmaschinen auch bei der Verwendung von http oder https in der URL einen Unterschied.
Daher sollte man sich bei der Indexierung der Webseite für eine der beiden Schreibweisen entscheiden. So kann man einer Qualitätsminderung der Domain, durch "duplicate content" auf gleichzeitig existierenden URLs für http und https entgegnen.

 

Vorzugsweise ist die HTTPS-Version für die gesamte Domain zu wählen.
HTTPS gesicherte Webseiten werden bei Google gerne bevorzugt geschaltet.
Künftig sollen Webseiten auch in den Ergebnislisten eine sichtbare Deklaration erhalten!
(Sicher oder nicht sicher.)

 

Punkt 2:
Eine Umstellung von http auf https wird von Suchmaschinen wie ein Umzug von einer Domain auf eine andere Domain gewertet.
Dies zeigt sich zum Beispiel in der Trennung von eingehenden Links auf Domains mit http und Domains mit https. Ein und dieselbe Domain kann mit http oder https komplett unterschiedliche Backlinks aufweisen.
Daher empfiehlt es sich, auch bei der Umstellung von http auf https die Schritte eines Domainumzugs durchzuführen.

 

Google gibt in seinem Supportbereich für Webmaster dazu eine detaillierte Anleitung
unter dem Punkt Websiteverschiebung mit URL-Änderung
und behandelt hierbei auch explizit den Umzug von http auf https. Die meisten Schritte entsprechen hierbei dem allgemeinen Umzugsprozedere bei Domainänderungen. Im Gegensatz zu anderen Domainänderungen ist das Beantragen einer Adressänderung von http auf https in der Search Console nicht möglich und wird von Google nicht unterstützt. Dies bedeutet allerdings auch, dass bisher eingehende externe Links auf der http-Domain nicht automatisch auf die neue https-Domain migriert werden können. Diese Änderungen müssen nach dem Umzug manuell vorgenommen werden.

 

Kurzgefasst sind es vier Schritte, die man befolgen sollte.

 

Schritt 1: Neue Webseite einrichten

  • Implementieren und konfigurieren der TSL-Zertifikate auf dem Server.
  • Einrichten des http-Fehlercodes 404 für künftig nicht übernommene Inhalte der alten Webseite.
  • Bestätigung der Inhaberschaft beider Webseiten (http und https) in der Google Search Console.

 

Schritt 2: URL Zuordnung

  • Übermitteln der aktuellen URLs an Google durch eine neu erstellte sitemap.xml
  • Überprüfen der canonical-Anweisungen in den Meta-Tags für alle Unterseiten der neuen Domain.
  • Einrichten einer 301-Weiterleitung von http auf https und gegebenenfalls eine Zuordnung von nicht mehr verwendeten alten http-URLs auf neue https-URLs in der .htaccess-Datei festlegen.
    (Eine Anleitung für die .htaccess-Datei finden Sie unter dem Stichwort Domainumzug)

 

Schritt 3: Webseitenverschiebung

  • Aktualisieren der robots.txt Anweisungen in den Meta-Tags der https-Domain und Anpassung von URLs auf die neue Schreibweise mit https in der robots.txt Datei auf dem Server
  • Kontrolle aller eingehenden Links auf die https-Domain, sowohl interne Links über die eigenen Webseite, wie auch externe Links über Verzeichnisse, Anzeigenkampagnen und Profillinks von Google+, Facebook, Twitter usw.

 

Schritt 4: Webseiten-Traffic überwachen

Über einen längeren Zeitraum hinweg sollten nach dem Umzug die Zugriffszahlen und Fehlerprotokolle überwacht werden. Mit der Google Search Console, Google Analytics oder anderen Tools erhält man einen Überblick über mögliche http-Fehlercodes, die entstehen, wenn ehemalige http-URLs gar nicht oder falsch weitergeleitet wurden. Auch Indexierungsstatus, Suchanfragen und mögliche Crawling-Fehler kann man mit entsprechenden Tools analysieren, um den Erfolg des Umzuges zu überwachen.